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Also ich wurde irgendwie zum Besitzer einer kleineren PA, weil
ich das Leihen und Ärgern satt hatte. Klein heißt:
Zum Musik-Hören reicht das völlig, allerdings ist die Anlage
so 'unten herum' etwas dünn, weil die Boxen auf Fullrange ausgelegt
sind. Klängen sie fetter, klängen sie in den Mitten matschig.
Also muss noch ein Subwoofer her. Da die Endstufe mit 2 x 8Ohm von den
JBLs nicht ausgelastet ist, ist noch Headroom für weitere 2 x 8Ohm
vorhanden. Aktiver Subwoofer entfällt aus Preisgründen. Überhaupt
sind Subwoofer wesentlich teurer als Fullrange-Boxen. Warum eigentlich?
Also machte ich mich auf die Suche.

Im Lautsprecher-Shop.de stieß ich auf einen Bauvorschlag für
einen 2 x 15"-Subwoofer, inklusive Angaben zum Zuschnitt und einigen
Bauhinweisen namens EM152-Sub.
Das Gehäuse sei aus 19mm-MDF zu bauen, die Lautsprecher-Bestückung
sollte 2 x Eminence Kappa 15LF sein. Ein ziemlich fetter Bass-Lautsprecher
mit 8Ohm und 400Watt RMS Belastbarkeit, lieferbar von Thomann für
125€ das Stück. Also das passt doch wie Faust auf's Auge,
und ist bestimmt viel billiger als so ein gekauftes Zeugs, wo noch sechs
Firmen mit verdienen. Und solche Baustellen mache ich eh gerne. Also
an's Werk, wohl an. (Achtung!!! Die Konstruktionszeichnung oben hat
ein paar falsche Maße!)
Gehäuse zuerst
Das war aber einfach. Eine lokale Arbeitsloseninitiative, die gebrauchte
Möbel aufarbeitet und verkauft sowie Möbel im Auftrag baut,
nahm sich auch meines Holzvorhabens an. Ein oder zwei kleine Fehler
in der Bemaßung des Bauvorschlages (also aufgepasst!) fielen sofort
auf, der Chef von dat Janze freut sich über jeden Auftrag, also
klar, er machte mir den Zuschnitt, zusammen bauen würde ich die
Kiste selbst. Nur wenige Tage später der Anruf mein Boxen-Bausatz
sei fertig. Preis? 30€! Na, da kriegen die Leute doch noch 5€
für die Kaffeekasse dazu. Huch, ganz schön schwer, so ein
paar MDF-Bretter, da müssen aber heftige Griffe dran. Gut, dass
ich bei ALDI eine Sackkarre gekauft hatte.
Was brauchen wir noch?
Tja, eh, also ... Frequenzweiche! Es ist ja ein Subwoofer, etwas Forschungsarbeit
bringt an's Tageslicht, dass 200Hz mit einer 12dB-Weiche eine gute Übergangsfrequenz
für diesen Fall ist. Berechnungstools für Weichen sind auch
im Lautsprecher-shop.de und woanders zu finden, für eine 12dB-Weiche
müsste ich dann 6.8mH-Spulen und 2 x 100uF-Kondensatoren (bipolar)
verwenden. Woher nehmen? Die Teile sind aber teuer! Schnell mal bei
Reichelt nach
sehen, da finde ich die Spulen von Visaton, zwar nicht für 800Watt,
wie die im Lautsprecher-Shop, aber mit 5.4A Sättigungsstrom gehen
diese auch Verzerrungs-frei bis ca. 250Watt. Mehr kommt an 8Ohm so wie
so nicht aus der Endstufe. Die Bipolar-Elkos für 100V haben die
auch, Anschlüsse machen wir in Speakon, noch ein paar Stecker dazu,
Kabel brauchen wir auch noch. Alles von Reichelt, der Online-Shop meldet
sich am Ende mit etwas über 50€. Von den Stunden Forschen
und Suchen mal ganz zu schweigen.
Da ich vielleicht die Box auch mal für meine Bass-Anlage verwenden
möchte, kommt die Weiche inklusive Umschaltung 200/300Hz in ein
externes Gehäuse, mit noch 2 x vier parallelen 10Ohm/10Watt-Widerständen
und Schalter für eine Dämpfung des Woofers (falls mal dröhnige
Räume kommen!). Hat auch den Vorteil, dass bei einem späteren
Betrieb mit aktiver Weiche und zwei Endstufen keine Modifikationen an
der Box notwendig werden. So erst einmal passiver Betrieb. Zugentlastungen,
Gehäuse, Dämm-Material, schwarze Schrauben für die Lautsprecherbefestigung
und weiteres Kleinmaterial gibt es im Elektronikshop nah bei. Schon
wieder 50€ über die Wupper? Jetzt müssen wir aber besser
Preise vergleichen.
Gute Griffe als auch Kantenschutz findet sich tatsächlich am günstigsten
im Lautsprecher-Shop. Noch mal 44€. Fehlt jetzt noch matter schwarzer
Buntlack für die Front, der Rest wird mit Nadelfilz bezogen. Pattex,
Schrauben, Zahnspachtel, Holzleim, Kantleisten für Verstrebungen
und Frontplatten-Montage bringen Praktiker weitere ca. 40€ Umsatz.
Nun heißt es noch warten, weil die Visaton-Spulen im Moment nicht
lieferbar sind und der Lautsprecher-Shop braucht auch ein paar Tage.
Hatte ich erwähnt, dass mich die Geschichte nun schon 10 Tage beschäftigt
hat? Man hat ja sonst nix zu tun.
Speaker sind bei Thomann
bestellt, war zusammen mit Musik Produktiv der günstigste Anbieter.
Eminence Kappa sind nicht gerade billige Lautsprecher, aber das Gehäuse
ist auf die Parameter abgestimmt. Und man gönnt sich ja sonst nix.
Von Pontius zu Pilatus
Die Box soll mit Filz, genauer: Nadelvlies bzw. Webvlies bezogen werden.
Den gibt es als Boxenteppich bei Musik Produktiv oder auch im Lautsprecher-Shop
für 14€/2m² steil aufwärts. Das muss es doch auch
als billigere Auslegeware geben! Teppich-Geschäfte durch klingeln.
Immer wieder erklären, nein, geriffelt soll es nicht sein; nein,
die Unterseite darf nicht aus Kunststoff oder Schaum bestehen, auch
nicht PVC. Ham'se nich', können se' aber bestellen. 32 Teuronen
den Quadratmeter? Schönen Schrank auch. Teppich ist das ja auch
eigentlich nicht, eher so ein Material für Wand-Bespannungen. Also
mal bei Deko-Geschäften anrufen, aber die haben nur Bastelfilz.
Zuletzt wurde ich fündig, witziger Weise über den Vermieter
unseres Proberaums, der einige der Räume mit einem passenden Zeug
ausgelegt hat. Ist nämlich für Industrie-Bereiche vorgesehen,
das Zeug, nicht für den Normalverbraucher, aber dafür auch
mit knapp unter 4€ den Quadratmeter bezahlbar. Liegt im normalen
Teppichgeschäft eben nicht herum, muss man direkt nach fragen.
Gibt es in Anthrazit und Grau und Grün, leider im Moment nur in
Grau vorrätig. Na gut, dann eben Grau.
Bisher steht das ganze Material nur im Keller, noch nicht eine Schraube
gedreht, dauert auch alles mit dem Versenden und Herumfahren. Rechnen
wir bis jetzt mal zusammen, was wir ausgegeben haben:
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Gehäuse-Zuschnitt:
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30€
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Speaker:
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250€
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Weichen und Stecker (Reichelt):
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50€
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Elektronik-Kleinmaterial:
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50€
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Griffe, Kantenschutz (LS-Shop):
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44€
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Baumaterial (Praktiker):
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40€
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Teppich:
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55€
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Summe:
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500€
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Hm, da sieht das ja nicht mehr ganz so pillich aus mit dem Selbstbau.
Aber macht ja schließlich auch Spaß, die Herum-Rennerei
und das Warten auf die Post. Jetzt fällt es mir noch auf: ich brauche
ja noch Stahl-Spanngitter für den Lautsprecherschutz. Diese ollen
runden Plastikgitter gefallen mir weniger. Wo kriege ich denn das wieder
her? Bei Praktiker gibt es so etwas nur bis Breite 30cm ... gibt es
natürlich auch größer, zum Beispiel bei Speaker
Center. Satte Preise. Vertagen wir dieses Thema auf später.
Na denn mal zusammenbauen
Ich schildere mal schrittweise, wie ich vorgegangen bin.
Zusatzmaterial
Mein Entschluss zu Gunsten der Stabilität war das MDF zu leimen
und zu verschrauben. Also ist hier notwendig:
- SPAX-Schrauben 40x3.5 (kann man ruhig den 100er-Pack nehmen, den
braucht man)
- Bohrer 3.5mm und 2.5mm zum Vorbohren, Bohrer 10mm oder 12mm zum
Senken
- Holzleim, Kantleisten
Dazu das Übliche: Bohrschrauber, Bohrmaschine, Zollstock (ja,
ja, 'Gliedermaßstab' heißt das), längeres Stahl-Lineal.
Es ist ganz wichtig, für die Schrauben vor zu bohren, weil die
Schrauben sonst das MDF auseinander drücken. 2.5mm als Maß
für den Bohrer brachte einfaches Schrauben und genügend Angriffsfläche
für die Schrauben. Optimal ist, die äußere Platte mit
3.5 vorzubohren, dann die innere Platte mit 2.5mm.
#1: Vorarbeiten Grundgehäuse
Wo fangen wir an? Zuerst werden mit der Stichsäge in die beiden
Seitenteile die Ausschnitte für die Griffschalen geschnitten. Ausmessen,
anzeichnen, Loch in jede Ecke des angezeichneten Rechteckes für
jeweiligen Beginn des Schnitts bohren. Für ein günstigeres
Tragen habe ich die Griffschalen nicht in die Mitte der Seitenplatten
gesetzt, sondern im Abstand von 10cm von der Oberkante. Dadurch liegt
der Schwerpunkt der gesamten Box dann tiefer.
Ausschnitte für die Speakon-Buchsen kann man nicht bohren, die
sind mit 23mm Durchmesser zu dick oder die Bohrer zu teuer. Stattdessen
mit dem Kreisschneider zwei Löchlies schneiden, der kann aber minimal
25mm. Heißt: nach dem späteren Einbau der Speakon-Terminals
das Loch mit Silikon oder Heißkleber abdichten. Ich würde
beim nächsten Mal statt der kleinen Speakon-Terminals besser eine
Terminal-Platte mit entsprechenden Löchern verwenden, oder ein
Terminal mit einer größeren Montageplatte. Da gibt es eine
Menge bei Musik Produktiv oder auch in den anderen Lautsprecher-Shops.
So, alle Löcher und Ausschnitte drin. Jetzt gehe ich mir erst
mal eine rauchen ... 
#2: Grundgehäuse
Bodenplatte, beide Seitenteile und Rückwand werden nun montiert,
in dieser Reihenfolge. Bodenplatte, ein Seitenteil, Rückwand und
letztes Seitenteil geht noch besser, ist hinterher immer klar. An den
Kanten vor dem Schraubensetzen Linie im Abstand 10mm zum Rand einzeichnen,
damit die Schraubenpositionen passen, das Auge täuscht leicht.
Je zwei Platten aneinander fixieren und ausrichten, z.B. mit Schraubklemmen.
Wer eine ruhige und feste Hand hat, kann das auch so machen. Schraubenlöcher
vorbohren und mit einem 10 oder 12mm-Bohrer Senklöcher für
die Schraubenköpfe machen. Bei MDF braucht man für die Senklöcher
keine Bohrmaschine, das geht einfach mit dem Bohrer in der Hand. Je
eine Schraube 3-4cm von der Ecke, dann alle ca. 15cm. Für die kurzen
Kanten reichen vier Schrauben, die langen Kanten bekommen sechs Verschraubungen.
Holzleim zur Stabilisierung und Abdichtung auf die beteiligten Platten
auftragen, zusammen schrauben. Man sollte darauf achten, dass keine
Übergänge zwischen den Platten entstehen, gerade wenn man
lackieren möchte. Bei Bekleben mit Boxenteppich ist das nicht ganz
so kritisch.
Zum
Grundgehäuse zähle ich mal hier auch die Platten für
die Lautsprecher sowie die Tunnelbretter an deren Seiten. Also noch
die vorderen Lautsprecherplatten und die Tunnelbretter montieren.
Gleiche Regeln wie zuvor für die Vorbohrungen.
#3: Lautsprecher-Platten
Auf Boden- und Seitenteile werden ca. 1.5cm dicke Abschnitte 1.5cm-Kantleiste
angebracht, um auch ohne Deckelplatte die Frontplatten genau ausrichten
und montieren zu können. Abstand der vorderen Leistenkante vom
Rand: 30mm + 19mm MDF-Dicke, Länge ca. 40cm. Genau arbeiten, weil
hier gewährleistet werden muss, dass die Frontplatten auch gerade
sitzen! Kantleisten müssen mindestens 2cm Abstand von den Außenkanten
halten, sonst kommen sie sich in die Quere. Die Kantleisten brauchen
keine großartige Verschraubung, sie dienen ja nur zum Fixieren
und Ausrichten. Befestigung mit ein paar Tropfen Leim und Stahlstiften
reicht (Stahlstifte, nicht Nägel, die spalten die Leiste! Und vor
dem Einschlagen einen Hieb auf die Spitze des Stiftes mindert auch die
Splitgefahr). Die sichere Abdichtung nach außen geschieht später
durch das Verleimen der Lautsprecher-Platten mit den äußeren
MDF-Platten.
Hm, ja, so langsam geht es voran, waren ja auch schon einige Stunden
Arbeit. Sehr wichtig ist genaues Arbeiten und sich Zeit lassen, jede
Hektik und jeder Pfusch rächen sich später fürchterlich.
Mit den Kantleisten montiert ist der weitere Weg klar und die erste
Stufe der Bauarbeit neigt sich dem Ende zu. Übrigens ist noch ein
Stück Kantleiste übrig, der eignet sich hervorragend als Montagehilfe
der letzten Deckelplatte. Was der Pinorrek im Reflex-Tunnel soll? Das
ist ein 30mm-Kantholz. Ich habe mich nämlich an dieser Stelle entschlossen,
auf die Versteifungsbretter aus der Original-Vorlage zu verzichten und
statt dessen das Gehäuse mit einem mittig gesetzten Kantholz zu
versteifen und so Schwingungen der Deckelplatten zu dämpfen, die
im Bauplan vorgesehenen Versteifungsbretter saßen für meinen
Geschmack zu weit außen.
#4: Optische Vorarbeiten
Dies ist ein guter Moment, die später durch den Tunnel von außen
sichtbaren Bereiche der Box sowie die Innenflächen des Tunnels
mit mattschwarzem Lack zu bearbeiten. Da kommt man nämlich nach
der Montage der Lautsprecher-Platten nicht mehr gut dran und hat sauberere
Übergänge. Ich habe keinen Spühlack verwendet, weil ich
die Box nicht aus dem Keller in den Garten tragen wollte. Wer eine gut
belüftete Werkstatt hat, kann natürlich auch Sprühlack
nehmen. Bei normalem Buntlack und Verwendung einer Lackrolle aus Schaumstoff
zum Schluss immer nur in eine Richtung lackieren, dann gibt es keine
Schatten.
#5: Restliches Innenleben
Nun können schon die Bereiche um die Lautsprecher herum (Seite,
Deckel, Boden und Rückwand) mit Dämmstoff für Boxenbau
betackert werden. Alternativ sind auch Noppenplatten aus Schaumstoff
verwendbar. Die dämmen zwar stärker, sind aber auch erheblich
teurer. Achtung mit den später zu montierenden Griffschalen: der
Dämmstoff muss im Bereich der Griffschalen-Ausschnitte etwas Platz
lassen, damit die Griffschalen ihn beim zuletzt erfolgenden Einbau nicht
zerreißen oder unter Spannung setzen. Oder man lässt den
Ausschnitt frei. Größe der Dämmstoff-Abschnitte ca.
43x45cm. Ich habe mich für eine vollständige Dämmung
entschieden, was heißt: bedämpft wird der Boden plus Deckel
und das Seitenteil und die Rückwand. Aus optischen Gründen
für die Rückwand Akustikschaumstoff mit Noppen. Sollte man
später noch nachdämpfen wollen, ist das ja einfach durch Herausnehmen
der Lautsprecher zu machen, in diesem Gehäuse ist genug Platz und
Handlungsfreiheit.
So, nun können die Frontplatten eingebaut und mit je vier Schrauben
pro Seite + Leim befestigt werden. Außen wieder Linien für
die Schrauben zeichnen, und zwar einmal in 30+10mm Abstand vom vorderen
Rand, damit man auch die Frontplatten mittig trifft, dann noch für
die Tunnel-Bretter eine einzelne Schraube weiter innen. Vorbohren, Versenken,
Leim drauf, verschrauben. Jetzt sieht man schon langsam, was das mal
wird. Eine Hundehütte für zwei Hunde, eine Stereo-Hundehütte.
#4: Deckel drauf
Als
letzter Rohbauabschnitt kommt nun noch der Deckel drauf, Schrauben wieder
im Abstand von 10mm vom Rand, noch eine Bohrung für die Verschraubung
der Mittelstütze, Verschraubung der Frontplatten und des Tunnels,
Maße sollten aus den bisherigen Montage-Abschnitten bekannt sein.
Spätestens jetzt zeigt sich, wie genau das Material geschnitten
war. Zeigen sich Stufen und Überhänge an den Stoßkanten,
werden diese mit Feile und Schleifpapier egalisiert. Ist auch die Frage
ob lackiert oder beteppicht wird. Letzterer Fall lässt mehr Raum
für kleinere Unsauberkeiten.
#5: Nacharbeiten allgemeiner Natur
So. Zu ist die Kiste. Sieht doch schon ganz nett aus. Manche Kollegen
stellen sich zwei solcher Monster als HiFi-Speaker in's Wohnzimmer.
Das würde mir sicher eine ernsthafte Diskussion mit meiner Indoors
einbringen. Gut, dass ich einen Proberaum habe.
Nächste Entscheidung steht an: wie mache ich das mit dem Bezug,
den Ecken? Klebe ich den Filz an den Frontkanten um die Ecken oder lasse
ich die Vorderkanten blank und schwarz? Verwende ich die schon erworbenen
Kunststoffecken oder vertraue ich auf sauberen Transport? Nee, ich möchte
Kunststoffecken schon haben, sieht sauberer aus und vortreten tun die
Drummer meistens vorne. Und der Teppich soll um die Frontkanten herum,
wie bei den JBLs auch. Und die Seitenkanten müssen eh verrundet
werden, weil man den Filzbezug schlecht rechtwinklig falzen kann. Bezüglich
der hinteren Ecken und der Rückwand mache ich einen Kompromiss.
Die hinteren Kanten zur Rückwand werden nur dort verrundet, wo
dann die Kunststoffecken drauf kommen. Die restlichen langen Kanten
zur Rückwand werden nicht verrundet, der Filz wird später
zuerst auf die Rückwand geklebt, die Bahn um Deckel und Seiten
herum darüber überlappend. Hatte ich so gelesen. Scheint
sinnvoll.
Also müssen jetzt die Kanten verrundet werden. Das ideale Werkzeug
für solche Zwecke ist eine Oberfräse. Habe ich aber nicht,
somit kommt Standardwerkzeug in Gebrauch. Zuerst Kanten schön im
45°-Winkel auf eine Fläche von 3-4mm anfeilen, dann mit mittelfeinem
Sandpapier daraus eine Verrundung heraus arbeiten. Das kostet Zeit,
Mühe und verspannte Muskeln, doch da muss man durch, das ist hochkünstlerische
Arbeit, wie damals im Kunstunterricht an der Tapetra-Skulptur. Verrundet
werden alle Kanten außer eben die der Rückwand. Ein gutes
Stündchen oder zwei kostet diese Aktion schon. Eher zwei, weiß
ich jetzt auch.
#6: Es lässt sich an
Jetzt wird es ernst. Zur Entspannung zuvor wird die Frontplatte gestrichen,
einschließlich der Innenkanten des äußeren Frontrahmens.
Und einmal die Frontplatte anschleifen und noch mal lackieren, wird
glatter und dichter. Schön ordentlich arbeiten, die Entscheidung
für eine Abdeckung der Front ist noch nicht getroffen, die Front
könnte sichtbar bleiben, zum
Beispiel bei Lochblech oder Spanngitter. Ich wollte schon immer einen
Blackface.
Die
schwierigste Etappe steht mir nun bevor: das Beziehen mit dem Nadelfilz.
Polstern und Sattlerarbeiten waren noch nie mein Fall. Versuchen wir
es. Erster Versuch ist das Bekleben der Rückwand, das wird wohl
am einfachsten. Dazu wird ein Stück Filz der Größe 50x115cm
ausgeschnitten. Pattex klebt gut, hat aber den Nachteil, dass man nach
dem reichlichen Bestreichen der Rückwand in Kellerraum total stoned
ist (wer's mag ... ich suche mir einen anderen Kleber). Also Pattex
in diesen Flächenanwendungen nur in gut belüfteten Räumen
oder im Freien! Nach 10 Minuten Antrocknen wird der Filz aufgelegt und
gleichmäßig an den Kanten überstehen gelassen. Andrücken
mit einer Gummirolle, vor allen Dingen an den Kanten. Nochmals fest
nachdrücken an den Kanten, diesmal mit der Hand bzw. dem Handballen.
Trocknen lassen. Der überstehende Filz wird nun nach einer Trockenzeit
von einer Stunde oder länger mit einem Teppichmesser oder einem
Universalschneider mit langer Klinge bündig mit der Außenkante
abgeschnitten, eventuell auftretende Flusen bekommen die Schere zu spüren.
Dort, wo später die Kunststoffecken dran kommen, wird etwas großzügiger
jeschnitten, denn das sieht ja kein Schwein mehr. Der restliche Außenrand
der Rückwand-Bespannung wird später von dem Filz um die Außenseiten
herum abgedeckt.
#7: Ein neuer Kleber ist wie ein neues Leben
Nachdem ich meinen Pattex-Rausch am nächsten Tag mit Kopfschmerzen
und Kater überwunden habe, geht es an die restliche Arbeit (ich
kann nicht verstehen, warum Kiddies dieses Zeug freiwillig inhalieren).
Diesmal ist es ein Filzstück der Größe 60x320cm, aus
dem Rest Filzvlies machen wir dann Fußmatten und stopfen zur Beruhigung
der Hausfrau unser entstandenes Haushaltsloch. Als Kleber kommt diesmal
Pattex
Montage Kraftkleber zum Einsatz. Dieser ist nicht nur frei von Lösungsmitteln,
sondern soll auch gut mit dem Zahnspachtel auf große Flächen
aufzutragen sein. Das restliche normale Pattex kommt mir nur noch einmal
später für das kleinflächige Umleimen an der Frontplatte
zum Einsatz. Und nur bei offenem Fenster und Ventilator in der Tür.
An der Rückwand soll der Teppich nur ein paar Zentimeter über
die Kante hinaus ragen, wo wir ihn später zur Rückwand und
der dortigen Bespannung egalisieren, dachte ich mir so. Zur Frontplatte
hin muss genug Teppich überstehen so dass wir ihn zuletzt um die
vordere Kante bis zur Frontplatte herum falzen, passend beschneiden
und befestigen können. So weit die Theorie.
Der Versuch mit dem Montage-Kleber geht gnadenlos in die Hose, weil
der Kleber zwar auf dem MDF gut hält, auf dem Rücken des Nadelvlieses
aber umso schlechter. In meiner Ratlosigkeit suche ich im Netz noch
einmal nach den Stichworten «Kleber» und «Nadelvlies»,
stoße dabei auf eine Seite von Henkel in Düsseldorf und eine
Telefonnummer für eine Hotline. Also flugs dort angerufen. Der
freundliche Fachmann in Düsseldorf rät mir in diesem Falle
auf Pattex LF (Lösungsmittel-frei) zurück zu greifen, das
zwar eine längere Ablüftzeit und Abbindzeit braucht, dafür
aber nicht stinkt und nicht betäubt. Aha, hat Praktiker auch vorrätig.
Vorsichtshalber schneide ich noch ein frisches Stück Teppich für
den zweiten Versuch, ist ja noch genug da. Übrigens hat der Rat,
auf der Mitte der Unterseite beginnend die Box so zu sagen einzuwickeln,
radikal versagt; für einen Subwoofer mit 10-Zöller für
den Golf GTI mag das gehen, für so eine Monsterbox aber nicht.
Nur ein oder zwei Zentimeter ungerades Aufsetzen bewirkten, dass der
Teppich aus dem Ruder lief und zuletzt nicht einmal die Kante überragte.
Also so geht das nicht. 
Um
nun den Teppich gerade auf das Gehäuse zu bekommen, mache ich es
mir kompliziert, aber sicher. Zuerst zeichne ich mir in der Mitte des
Teppichs eine längere Querlinie am Teppichrand, und ich markiere
mir auf der Rückseite der bereits bezogenen Box mit einem Stück
Gaffa die Mitte. Dann ziehe ich eine Längstlinie auf dem Teppich,
Abstand vom Rand 4cm. Kleber mit Pinsel auf die Unterseite der Box auftragen,
bis an die Kanten gut heran. Den Teppich auf den Boden, Rückseite
nach oben, und die Box mit der beleimten Seite auf den Teppich aufsetzen
(geht natürlich nur zu
Zweit!). Die Linie am Rand hilft mir beim Positionieren in Längstrichtung,
die Markierungen der Mitte auf Rückwand und auf dem Teppich in
Querrichtung. Jetzt kann ich die Box herum drehen, den Teppich mit der
Gummirolle fest drücken. Das funzt perfekt.
Dann
weiter an einer Seitenwand. Pattex LF drauf, ablüften lassen, Teppich
herum ziehen, festdrücken, weiter
auf der Bodenplatte. Auf der Mitte der Bodenplatte habe ich noch eine
Markierung der Brettmitte. Diesem Bereich lasse ich leimfrei, Abstand
ca. 5 Zentimeter zur Brettmitte. Andere Seitenwand analog, andere Hälfte
der Bodenplatte ebenfalls ca. 5 Zentimeter in der Mitte leimfrei. Das
Ganze immer erst einmal gut durchtrocknen lassen, bevor es an das Abschneiden
und Egalisieren der Rückseite geht. Das Pattex LF klebt ganz gut,
es riecht höchstens nach frisch renovierter Wohnung, aber das Zeugs
braucht eine Ablüftzeit von 20 ... 45 Minuten (Zeit vom Auftragen
bis zum Applizieren des Bezugs) und noch mal mindestens eine Stunde
Bindezeit (bis der Teppich sicher auf dem MDF hält). Darum dauert
das also etwas länger mit dem Beziehen. Immer, wenn ich zwei angrenzende
Seiten fertig habe, kommt schon mal eine Kunststoffecke drauf, damit
dieser empfindliche Punkt geschützt ist. Auch die Griffschalen
montiere ich nach dem Abschluss jeweils einer Seitenwand, erleichert
das Handling.
Auf der Unterseite blieben die Bereiche in der Mitte
leimfrei, ca. 5 cm von der Mitte aus gerechnet. Ist man mit den beiden
Teppichenden auf dem Boden angekommen, werden die Enden in der Mitte
der Box übereinander gelegt, mit einem Teppichmesser und einem
Lineal zusammen durchschnitten und die Enden dann passgenau mit normalem
Pattex verklebt. Die Schnittstelle ist nun kaum noch zu sehen. Kräftiges
Drüberreiben mit dem Daumen verdudelt die Filze noch zusätzlich.
#8: Feinarbeit²
Nun kommt noch etwas Gefummel: das Umkleben des Gehäuserandes
auf der Frontseite. Lange Nächte habe ich durchwacht, um die Schnittform
für die abgerundeten Ecken zu ersinnen. Am Ende ist das ganz simpel,
die Schnitte habe ich rot gezeichnet:
Als Schritt Eins wird der Teppich bis zur oberen Falzkante (= obere
Kante des MDF) gerade abgeschnitten, Abstand zur daneben liegenden Seitenwand
ca. Teppichdicke. Gleiches für den zweiten Schnitt daneben. Das
passt dann genau zum späteren Umfalzen und Kleben auf dem inneren
Rand. Der Rest des Teppichs wird nun wie an der Rückwand an der
äußeren Kante abgeschnitten.
Nun
wird der Teppich eng um die Kanten gefalzt, die Aufstoßpunkte
des Teppichs auf die Frontplatte mit Bleistift oder Nadeln an mehreren
Stellen markiert, mitaufgelegtem
Lineal eine Linie gezogen (Chirurgen schneiden freihändig) und
abgeschnitten. Kanten der Seitenplatten und das Innere des Außenrahmens
mit normalem Pattex einleimen und nach Abtrockenzeit den Teppich, das
ist wichtig, von der Mitte ausgehend zu den Seiten eng um die Kanten
herum andrücken. Mit Schraubklemmen und einem passenden Stück
Kantleiste innen anpressen und ein Viertelstündchen antrocknen
lassen.
Huch,
jetzt ist ja die Ecke nackt! Kein Problem, es ist ja noch genug Teppich
da, aus diesem, oder aus einem Teil der abgeschnittenen
Ränder, wird mit einer kleinen Schere ein genau passendes Stückchen
obiger Form ausgeschnitten und auf die nackte Ecke geklebt. Das kann
schon machen, während der Rest an den Kanten trocknet. Muss natürlich
gerade im inneren Bereich, wo die Kunststoffecken nicht abdecken, sauber
sein. Sieht man die Ränder? Nach dem endgültigen Trocknen
des Klebers einige Male mit einer Nagel- oder Tapezierbürste drüber
gehen und die Filzfasern an den Kanten miteinander vermischen. Nach
Montieren der Kunststoffecken sieht das perfekt aus. Da kann man seinen
Perfektionismus so richtig ausleben.
#9: Es geht dem Ende zu
Das Beziehen der Box mit Teppich und den Kantenarbeiten war der schwierigste
und langwierigste Teil der Aktion für mich, hat bestimmt sechs
oder sieben Stunden gedauert. Aber auch, weil ich die Teppichübergänge
und die Umfalzung der Front sauber haben wollte. Die Genauigkeit hat
sich aber gelohnt: die Box sieht beinahe professionell aus, wenn ich
mir das Kompliment erlauben darf. Ist halt eine richtige Männer-Box
und bringt jetzt mit den Kappas so ihre gut 60kg auf die Waage. Hier
sind nun auch schon die Speaker montiert. Dazu auch noch ein kleiner
Tipp:
Beim
Vorbohren für die Schrauben (4x20mm) zur Lautsprecher-Befestigung
sollte die Bohrung leicht aus der Mitte heraus laufen (also vom Ausschnitt
für die Speaker weg). Hat dann den Vorteil, dass die Schrauben
nach innen weiter in's Holz gelangen und die Wahrscheinlichkeit, das
MDF beim Eindrehen der Schrauben ab zu sprengen, deutlich gemindert
wird. Dies vor allen Dingen, wenn der Lautsprecher-Ausschnitt eher großzügig
geraten ist und der Abstand zwischen Schrauben und Holzrand nicht so
besonders groß ist. Die Lautsprecher-Schrauben von Visaton sind
übrigens Müll, viel zu weiches Material. Die sogenannten Zierschrauben
(weil schwarz) aus dem Baumarkt sind haltbarer und sogar billiger.
Nach dem Montieren der Lautsprecher kommt das verschobene Thema wieder
auf den Tisch: was mache ich als Frontbespannung und Lautsprecherschutz?
Ideal und einfach wäre es natürlich, fertiges Lochblech zu
bestellen, das gibt es zu entsprechenden Preisen hier
( Lautsprechergitter).
Und dann 1.5mm-Stahlblech im Hobbykeller bearbeiten? Schluck!
Und tatsächlich hatte ich doch mal wieder Glück. Ein Metallverarbeiter
(Fa. Bölte, 33100 PB) am Ort, den ich testweise anrief, verstand
auf Anhieb, was ich wollte. Er schnitt mir die beiden 1cm-Raster-Lochgitter
von 43x48cm zu, und das für 23€ + Märchensteuer, entgratet
und gereinigt. Braucht nur noch grundiert und lackiert zu werden. Er
kam auch von selbst drauf zu fragen, ob er Steg-gerecht, das heißt
mit immer nur außen liegenden Stegen statt angeschnittenen Löchern
schneiden sollte. Fertigstellungstermin: ein paar Stunden nach meinem
Anruf. Nächste Punkte: Lackieren des Gitters und klapperfreies
Befestigen. Also ab zu Praktiker und mal schauen, was wir da so finden.
Das
Montagematerial für die Front entsteht aus Kunststoff-Distanzringen
+ Gummi-Dichtungen, wobei
je zwei Distanzringe und eine Dichtung mittels Pattex aufeinander geklebt
werden, das Gummi dient zum Dämpfen der Stahlplatte. Die Schrauben
sind die beliebten schwarzen Zierschrauben, wie das restliche Material
ebenfalls aus den Baumarkt. Die äußeren Scheiben, die unter
den Schraubenköpfen zu liegen kommen, sind Gehäusefüßchen
aus Gummi, gibt's im Elektronikladen, hatte ich noch in der Schublade.
Somit wird die Stahlplatte später unten und oben in Gummi gelagert,
was hoffentlich ausreichend für Klapperschutz sorgt. Eine Alternative
wäre kleine Gummipuffer gewesen, die mit den breiten Flächen
zusammen geklebt werden.
Ist doch toll, dass man als Musiker Kreativität und Improvisation
gewohnt ist. Die Frontplatten ruhen inzwischen im Keller, wo sie ihren
Grundierungsrausch ausschlafen. Wenigstens das ging mal kurz und schmerzlos,
mit Sprühlack und im Carport. Morgen bekommen sie noch eine Portion
schwarzen Buntlack zu spüren, dann neigt sich die Geschichte dem
Ende zu.
#10: The final step
So, dann können die Frontplatten montiert werden. Platten auflegen,
in 1/3 - 2/3-Abstand in der diagonalen Linie zwischen Lautsprecher-
und Gehäuserand vorbohren, unsere genialen Distanzstücke auflegen,
Pladde drauf, Schraube mit Gummifüßchen als Scheibe von oben,
festschrauben.
Dat Janze mal zwei:

Tja, so ist er entstanden, mein Monster-Subwoofer. So, nun ab in den
Proberaum mit dem Teil, das will ich jetzt hören! Die Weiche habe
ich inzwischen auch aufgebaut, jedoch auf die umschaltbare Grenzfrequenz
verzichtet. Beim nächsten Geldsegen gibt es dann eine zweite Endstufe
und einen Prozessor (also eine aktive Weiche vor den Endstufen).

How does it sound?
Nun, «Talking about music is like dancing about architecture»,
sagte Franz Zappa nicht ohne Grund. Die EM215Sub liefert einen trockenen,
aber spürbar satten Druck in den Tiefen bis in die Tiefmitten hinein.
In der aktuellen Konfiguration mit 200Hz oberer Grenze ist die Abstimmung
in Zusammenarbeit mit den JBL SF15 sehr gut gelungen (was aber mehr
Zufall denn Können war). Es gibt auch in unserem akustisch ungünstigen
Proberaum kaum Dröhnen oder Wummern, die Bässe klingen satt
und melden sich bei höheren Pegeln deutlich im Magenbereich.
Getestet habe ich im Proberaum mit Peter Gabriel's Up, Ian Anderson's
Rupi's Dance sowie verschiedenen Bluesrock- und Blues-CDs. Insgesamt
bin ich mit dem Ergebnis recht zufrieden. Die Vordämpfung in der
Weiche (kommt gleich) ist sinnvoll, je nach Programm. Für den Proberaum
sind die paar dB weniger Bass sinnvoll, für einen größeren
Raum mit mehr akustischer Totheit eventuell auch nicht. Also ich habe
den Bau dieses Subs nicht bereut. Ist 'ne nette kleine PA, auch zum
Musikhören allein.
Bezugs-Alternativen
Obwohl Nadelvlies für PA-Boxen wohl das Optimum darstellt, noch
ein paar andere Möglichkeiten der äußeren Gestaltung:
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Bekleben der Box mit Kunstleder, genarbt. Einfacher
zu verarbeiten und billiger. Kunststoffecken und rechtwinkelige
Kunststoff-Leisten machen sauberen Kantenlook. Oder man nimm Ecken
aus Alu/Stahl und rechtwinkelige Aluleisten, dan hat man einen Monitor-Look.
Ist einfacher als das Verarbeiten von Nadelvlies, aber auch nicht
so belastbar. |
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Die Box mit satt Holzleim bestreichen und mit nicht
zu grober Rauhfaser-Tapete bekleben. Danach mit Acryl-Lack oder
Dispersionslack und Schaumstoffrolle streichen. Sieht ganz nett
aus. Ist dem Nadelvlies aber auch in mechanischer Belastbarkeit
unterlegen. |
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Grundieren, z.B. mit KFz-Spachtel, und dann mit Granit-Spray
einsprühen, danach klar lackieren. Sehr aufwändig, sehr
teuer, aber tolle Optik. |
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Man kann das MDF auch einfach mit Ebenholz-Lasur (fast
schwarz, zwei bis drei Streichgänge plus Anschleifen) bearbeiten.
Kostet Zeit, kann man aber kaum etwas falsch machen. |
Die Weiche
Da wir im Moment passiven Subwoofer-Betrieb planen, und auch den Split
der Endstufenausgänge vornehmen müssen, geht es noch an die
Weiche. Diese kommt in ein größeres Elektronikgehäuse
mit drei Schaltern. Schaltungsaufbau auf einer großen Lochraster-Platine
im quasi frei fliegenden Format. Die Kabel werden schön zugentlastet,
soll ja auch auf der Bühne überleben. Alle verwendeten Kabel
haben übrigens 2.5mm² Durchmesser, es werden nur Speakon-Stecker
verwendet. Die Schalter dienen drei Zwecken:
- Umschalten des Subwoofers für Fullrange- oder Sub-Betrieb
- Dämpfen des Subwoofers bei zu starkem Bass-Anteil
- Umschalten des Einsatzbereiches bis 200Hz oder 300Hz (manche Subs
gehen auch nur bis 160Hz, dann andere Weichenauslegung)
Fazit
Lohnt sich der Selbstbau von Lautsprechern? Die Länge dieses Berichtes
beantwortet dies wohl schon ausreichend. Also wer eine 412er-Gitarrenbox
oder eine einzelne 15er-Bassbox selbst baut, kann sie nicht ganz knusper
sein. Die Qualität und den Preis einer normalen Box kann man im
Selbstbau nicht erreichen, oder nur mit sehr großem Aufwand und
großem handwerklichen Geschick. Und so als Gelegenheits-Handwerker
baut man sich die eine oder andere Macke automatisch ein. Beispiel einer
15er-Bassbox: die kostet fast den gleichen Materialaufwand wie dieser
Subwoofer, abzüglich ca. 125€ für einen Lautsprecher.
Da ich noch rund 50€ zu der obigen Tabelle an Material verbraten
habe, läge das Projekt so bei 450€ und rund 50 bis 60 Arbeitsstunden.
Meine Hartke VX115 hat mich etwas unter 300€ bei Thomann gekostet.
Also wäre das ein glattes Verlustprojekt. Es sei denn, man hat
einfach Spaß an solchen Bastelarbeiten.
Hier lag aber der Fall etwas anders. Ich brauchte einen Subwoofer mit
zwei separaten Speakern oder mit einem Lautsprecher mit zwei Spulen.
Ersteres ist auf dem Markt so nicht vorhanden, Dual-Coil-Basslautsprecher
sind immens teuer und auch sehr rar, im PA-Bereich fast nicht zu bekommen,
nur für Car-Audio. Also blieb in diesem Fall eigentlich nichts
anderes als Selbstbau übrig. Bedenkt man aber, dass ein 15"-Subwoofer
a'la T.Box bei Thomann auch nur kanpp unter 200€ kostet, relativiert
sich selbst in diesem Fall der Aufwand.
Also: Nachbau oder Eigenkonstruktion von Boxen, die es auf dem Markt
gibt, ist Tinnef, teuer, aufwändig und immer von weniger perfekter
Optik. Selbstbau lohnt nur dort, wo ein solches Gerät nicht zu
bekommen oder das Material schon überreichlich vorhanden ist. Der
Löwenanteil der Materialkosten liegt aber nicht einmal im Holz,
sondern in den Speakern und dem eher unscheinbaren Baumaterial wie Farbe,
Kleber, Schrauben und Kleinzeug. Somit Augen auf beim Lautsprecherkauf
... 
Erfahrungen
Man glaubt es kaum, auf wie viele Baustellen man stößt,
wenn man ein solches Projekt das erste Mal angeht. Daher will ich auch
gerne meine Lernschritte und gemachten Fehler weitergeben:
- Holz: MDF ist recht gut zu verarbeiten. Würde ich glatt
bei bleiben, es sei denn, es muss Birkensperrholz sein.
- Bezug: Der Industrie-Teppich, den ich verwendet habe, war
akzeptabel, aber gerade an den Kanten störrisch und steif. Wenn
man nicht auf den Euro achten muss, würde ich beim nächsten
Mal tatsächlich Boxenteppich oder Bezugsfilz verwenden. Nadelvlies
aus dem Teppich-Bereich ist nicht einfach zu verarbeiten, und auch
nicht einfach zu kleben. Ist aber auch sehr haltbar und unempfindlich.
- Fronten: Im HiFi-Bereich ist es relativ einfach, zu optisch
ansprechenden Front-Abdeckungen zu kommen. Wenn es aber PA oder Instrumental-Box
ist, wird es schwieriger. Optimal sind natürlich Metallplatten,
Gitter aus Hartholz oder extrafeste Kunststoffe wie Fliegengitter.
Es lohnt sich durchaus, lokale Handwerker oder Metaller zu suchen,
die einem oft gar nicht teuere, aber praktikable Lösungen liefern.
Weiterhin sieht selbstlackiert nicht schlecht aus, eine Tauchlackierung
wäre aber noch besser.
- Griffschalen: Beim ersten Transport stellte sich heraus,
dass ein solches 60kg-Monster einen deutlichen Schwerpunkt hat, und
die Griffschalen gar nicht hoch genug montiert sein können. Mein
10cm-Versatz brachte zwar etwas stabilileres Handling, aber noch zu
wenig. Nächstes Mal gäbe es Griffschalen, die ganz oben
in der Gehäusekante sitzen.
- Kleber: Pattex Compakt oder Pattex Kraftkleber ist optimal.
Kurze Ablüftzeit und enorme Klebkraft. Allerdings nur im Freien
oder in belüfteten Räumen wie Scheunen oder Schuppen ohne
gesundheitliche Nachwirkungen zu verwenden. Pattex LF (ohne Lösungsmittel)
ist auch akzeptabel, braucht allerdings erheblich längere Verarbeitungszeiten
und die Klebkraft ist längst nicht so hoch wie bei normalem Pattex.
Holzleim ist für das Kleben von Vlies nicht geeignet, musste
ich entgegen anders lautender Ratschläge konstatieren. Auch der
Anpressdruck für alle Kleber muss hoch sein, daher die Wasserkiste
auf den Bildern.
- Kleinteile: Man braucht an einigen Stellen Kleinmaterial,
das so kaum fertig zu bekommen ist. Beispiele sind die Distanzstücke
für die Montage des frontalen Gitterbleches oder die Terminals
für den Anschluss. Geht man aber einmal offenen Auges durch einen
größeren Baumarkt, wird man mit etwas Improvisations-Geschick
fündig.
- Werkzeug: Ohne vernünftiges Werkzeug sollte man den
Bau einer solchen Kiste von vornherein sein lassen. Wenn man jede
Schraube per Hand eindrehen muss und die Filzkanten mit der Nagelschere
zu bearbeiten hat, kommt man in Wallung. Im Laufe der Werkelei stellten
sich ein paar Teile als beinahe unverzichtbar heraus, die eher so
schon verhanden waren: Stahllineal vom Tapezieren (um Filz-Kantenränder
gerade zu schneiden); Skalpell (zum Ausschnitte-Säubern); Tapeten-Nahtroller
(für die Kanten beim Kleben); Staubsauger (nicht dass Staub und
Krümel später aus dem Dämmstoff in den Speaker gelangen);
größeres Brett und Wasserkiste (zum längeren Anpressen
großer Flächen und zum Durstlöschen beim Warten auf
das Trocknen des Klebstoffs), Schraubklemmen etc. pp
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