Project #9325: Earle Eaton Kopfhörer-Verstärker (und Version MK II) |
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Opamp-Verstärker mit TIP120/125-EndstufeIch erinnere mich gut an die Tage, als meine Eltern es nur noch wenig akzeptierten, wenn ich spät nachts über Lautsprecher Musik hörte. Seit diesen Tagen bin ich Kopfhörern verfallen, und ich habe fast nur noch Musik über Kopfhörer vernommen. Es begann mit einem Sennheiser HD414, die gesamte Zahl an Kopfhörern, die ich besessen habe, ist mir heute unbekannt. Am Ende gab es nur einen Kopfhörer, der mein Verlangen nach immer besserem Sound befriedigen konnte, der AKG K1000. Er kostete so um die 1500DM in dieser Zeit und setzte für mich neue Maßstäbe in Richtung Klangerfahrung. Dieser Kopfhörer, der eher ein Paar kleine Spezial-Lautsprecher darstellt, ist ein Knaller. Aber funktionieren tut er nur an einer richtigen Endstufe, mit einem Taschen-CD-Player oder einem MD-Walkman ist er unbrauchbar. Denn der K1000 ist recht leistungshungrig. Der zweite Teil der Geschichte ist, dass ich ja Bassist bin und so einiges zu üben habe, auch spät in der Nacht. Um die Sache abzukürzen: nachdem ich auf eine großartige Seite namens Headwize gestoßen bin, habe ich einige dieser Kopfhörer-Verstärker gebaut, zuletzt den Apheared 47 (Kurzform: A47). Zusammen mit einem AKG K240 stellte er meine Standardwaffe dar. Bis ich eines Tages eher aus Neugier und zufällig einmal den K1000 in den A47 einstöpselte. Wahnsinn, was ein Sound! Wenn auch ein wenig zu leise. Mit einem qualitativ hochwertigen Kopfhörer-Verstärker klang das einfach phantastisch, vor allem aus der Terratec 24/96-Soundkarten mit einwandfreien 24bit-Wandlern vom digitalen Ausgang des DVD-Laufwerkes. Im Headwize-Forum bekam ich von fa-schmidt den Hinweis, es doch einmal mit einem kräftigerem Verstärker wie dem Earle Eaton zu versuchen. Diesen baute ich dann in wenigen Tagen auf. Grund-SchaltungDie Ursprungsschaltung findet sich hier
in Headwize. Nach einigen weiteren Diskussionen entschied
ich mich zu einer Abwandlung des Designs, so mit kam folgendes
heraus: Haupt-Veränderungen:
Die Schaltung ist sehr simpel, aber darauf beruht das gute Ergebnis. Das Eingangssignal wird durch den Operationsverstäker vorbereitet und in eine Class-AB-Endstufe geleitet. Der Ausgangs-Elko ist nicht wirklich wichtig, schützt aber den Kopfhörer vor eventuellen Gleichspannungen. Durch die direkte Rückkopplung des Ausgangs auf den invertierenden Eingang des Opamps werden Verzerrungen minimiert und auch Linearität gefördert. Einzig kritisch ist die LED, die die Vbe-Spannung für die Endstufen-Transistoren erzeugt und die TIPs leicht in den On-Zustand treibt, wodurch die Class-AB-Arbeitsweise entsteht. Mehr dazu später. Das Netzteil ist eine Standard-Schaltung mit 7815/7915 Reglern, 2200uF Sieb-Elkos, vergleichbar dem Original-Design von Earle. In einigen Schaltungen finden sich noch 1N400x-Dioden über die Regler, wer's mag, kann's tun.
Ein neuer Teil ist eine kleine Schaltung zum Schutz der Kopfhörer. Die Kopfhörer werden erst dann mit den Verstärker-Ausgängen verbunden, wenn das Netzteil seine Soll-Spannung erreicht hat, so wird der Einschalt-Bumms in den Hörern vermieden. Die Schaltung ist simpel, aber funktioniert bestens. Die Schaltung ist mit dem nicht-geregelten 24Volt-Teil des Netzteiles verbunden. Der 470uF-Kondensator wird über die Widerstands-Kombination 47k/250k geladen. Erreicht die Spannung am Elko (= Vbe) den Wert 0.7V schaltet der Transistor durch, das Relais zieht an und verbindet die Kopfhörer mit dem Verstärker-Ausgang. Beim Ausschalten entlädt sich der Elko über den 2N2222 und das Relais fällt schnell ab. Verzögerung beim Einschalten ist: (R * C) * (0.7V / 24V) Mit den angegebenen Werten ist das eine einstellbare Zeit von 0.7 ... 4 Sekunden. Alle drei Schaltungsteile, Netzteil, Verstärker und Schutzschaltung, habe ich auf separaten Boards aufgebaut, so dass ich später auch eine andere Verstärker-Schaltung einsetzen kann, falls ich mal eine habe. Erste Modifikationen
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| Hörer | Impedanz | Ausgangs-Pegel |
| AKG K1000 | 120Ohm | Völlig ausreichend |
| AKG K240 Monitor | 600Ohm | Ausreichend, aber nicht extrem laut |
| AKG K141 Studio | 55Ohm | Kopfschmerzen-erregend |
| AKG K500 | 120Ohm ? | Ohrenschmerzen-erregend |
Der zweite Faktor für den Wiedergabepegel ist die verwendete Quelle. Beim Bau hatte ich meinen Sony MD-Player zum Testen benutzt, der K1000 klang damit sauber und klar. Aber der Ausgangs-Pegel war so gerade akzeptabel und erste Zweifel schlichen sich in's Gemüt. Als ich den Verstärker allerdings mit der Terratec-Karte in meinem PC verband, entstand ein anderes Bild. Die Terratec hat +4dB-Ausgänge, Studio-Pegel, nicht -10dB Consumer-Pegel wie die meisten Soundkarten. Und damit wird die Lautstärke mehr als ausreichend. Ist es also zu leise, ist nicht unbedingt der Verstärker schuld, sondern die lahme Ausgangsstufe der Audio-Quelle mit zu niedrigem Output.
Frequenzgang:

Stör/Nutz-Verhältnis:

Ich verwende Veroboards mit Lötpunkten. Das Layout ist geradeaus und simpel. Er erlaubt auch den Einsatz anderer Komponenten, da genug Raum für Verlängerungen ist.

Ein Platinenlayout für einen einzelnen Kanal habe ich noch für EaglePCB im Petto:
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Der Verstärker produziert kein Rauschen, klingt hervorragend und liefert auch für einen K1000 ausreichende Leistung. Straffe Bässe, klare, aber nicht über-brilliante Höhen. Für Geübte nicht sonderlich schwer zu bauen. |
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Im Vergleich zum A47 fehlt ihm etwas die harmonische Ausgeglichenheit. Das ist dann aber schon schwer zu hören. |
| Nein, es gibt eigentlich nichts Schlechtes an diesem
Verstärker. |
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Das Gehäuse ist nicht der Brecher, sieht nett aus, ist aber sehr wackelig. |
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Rechts: Verstärker Links oben: Netzteil Links unten: Schutzschaltung |
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Weniger Details ... Wie man sieht, ist noch genug Platz. |
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Mehr Details ... Verstärker Während des Aufbaus habe ich Lötstifte und Stecker benutzt; als alles fertig war, wurden die Kabel direkt an die Lötstifte gelegt, was beim Bau flexibler ist. |
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Netzteil und Einschaltverzögerung Der Kühlkörper ist nicht notwendig, sieht aber luschtig aus. |
Wegen der guten Ergebnisse mit diesem Verstärker folgte noch eine zweite Version. Hauptgrund war der, dass ich für das Abhören von Mixes oder für's Transcribieren noch gerne Lautsprecher betreiben wollte. So kam ein neuer Aufbau zum Leben.
Folgende Änderungen flossen ein:
Netzteil und Verstärker + verzögerte Einschaltung gehen auf zwei getrennte Platinen. Sieht dann so aus:
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Ein 6.25mm-Anschluss liegt auf der Frontplatte, einer auf der Rückseite, und ein Schalter zum Umschalten von vorn. Die Verbindung zu den Lautsprechern geschieht über eine kleine Box mit Stecker und Lautsprecher-Terminals (hier nicht gezeigt). |
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Diesmal habe ich Clips und Silikon-Folie zum Montieren der Darlingtons benutzt. Etwas teurer, aber sehr bequem und zuverlässig! Sehr zu empfehlen.
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Und ein besseres Gehäuse als beim
letzten Mal ... |
Dieser Verstärker scheint ein noch ein wenig besser zu klingen als die erste Version, was auch an dem besseren Opamp oder der anderen Verdrahtung liegen mag.
Einen kleinen Makel gibt es: mit Kopfhörern ist der Verstärker totenstill, kein Rauschen oder Brummen. Mit den angeschlossenen Lautsprechern (Behringer Monitor 1C) ist jedoch, wenn man das Ohr ganz nah an die Boxen hält, ein leichtes Brummen zu hören. Es ist weder ein Abschirmungs- noch ein Erdschleifenproblem. Bei den wenigen Fällen, wo ich die Monitore benutze, spielt es aber keine Rolle, und ist so leise, dass man es normel nicht hört.
Der Verstärker liefert satt Leistung, mehr als ich jemals brauche; schätzungsweise 2 x 15Watt bei sehr gerimngen Verzerrungen. Und die Darlingtons und das Netzteil werden kaum richtig warm, auch bei großen Lautstärken. Er klingt sehr transparent und definiert, mit wirklich guten Monitoren könnte er sicher noch mehr an Klang liefern. Dies also die endgültige Version des Earle Eaton, die Gesamtkosten lagen bei ca. 80€.